Nervennahrung

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Leiden Declaration on Artificial Intelligence and Mathematics

12.06.2026

Der zunehmende Einsatz von AI in der Mathematik und der Einfluß dieser Technologie auf die Mathematik hat die Community auf den Plan gerufen: “This declaration calls for action to address the challenges posed by the use of artificial intelligence within mathematics research” und findet Unterstützung der IMU. Die in der Deklaration formulierten Gedanken sind in Gänze lesenswert und auch für die Informatik als Grundlagenwissenschaft relevant. (Für die praktische Informatik ergeben sich noch ganz andere Herausforderungen, über die ich an anderer Stelle schreiben werde.)

Ringvorlesung Responsible AI

12.06.2026

Am Mittwoch hatte ich das Vergnügen mit den geschätzten Kollegen Martin Simon und Stefanie Hollborn vom DWD den Abschlußvortrag der Ringvorlesung “Ringvorlesung ‘Responsible AI – Transformation gestalten, Verantwortung übernehmen’” gestalten zu können. Der Titel unseres gemeinsamen Vortrags war “Wenn Algorithmen das Wetter lernen: Fortschritte, Grenzen und Verantwortung” und einen Bericht finden Sie hier.

SGSOACS 2026

27.04.2026

It is my pleasure to announce the Twelfth Spanish-German Symposium on Applied Computer Science (SGSOACS 2026) taking place in Oberursel, specifically at the

Conference Venue Waldtraut Oberursel
Hohemarkstrasse 192
61440 Oberursel

on June 30th to July 1st 2026.

For further information and registration, please use this link.

The important dates to note are as follows:

  • Paper Submission Deadline: May 15th, 2026.
  • Notification of acceptance: June 2nd, 2026.
  • Camera Ready Deadline: June 15th, 2026.
  • SGSOACS 2026: June 30-July 1st, 2026.

Similar to year, accepted conference papers will be published as Springer CCIS proceedings.

ICCARUS

24.03.2026

Letzte Woche war ich mit den Kollegen Martin Simon, Gian Luca Buono und Angelica Castillo Tibocha auf der ICCARUS (ICON/COSMO/CLM/ART User Seminar) 2026 einer vom DWD organisierten Konferenz der Meteorologen. Ein großes Thema war KI und ihr Einsatz im Rahmen von Wettervorhersagen und -modellierung. Die Konferenz war wunderbar organisiert und voller spannender Vorträge. Auch unsere Hochschule erforscht - zusammen mit der LUT - und dem DWD Einsatzmöglichkeiten von KI-Verfahren in diesem Kontext. Ein erstes Preprint, das die Fehler von Beobachtungsdaten von Satelliten modelliert, haben wir dazu gestern auf ArXiv veröffentlicht.

Bildungsmisere

30.11.2025

Eine Woche mit vielen bildungspolitischen Negativschlagzeilen geht zu Ende:

  1. In der FR macht Jutta Dithfurth auf die Konsequenzen der rigorosen Sparpolitik an unserer Hochschule aufmerksam: “UAS-Präsident Kai-Oliver Schocke und der Hessische Landtag sparten die Hochschule regelrecht kaputt. […] Die Hochschule (wolle) übertrieben viele Studienplätze abbauen, was besonders die Soziale Arbeit und die Informatik betreffe.” ferner führt sie aus, daß der “der autoritär“ agierende Hochschulpräsident statt auf Studierende lieber auf Protzbauten für die Informatik setze”. In letzterem Punkt irrt die Lokalpolitikerin von Ökolinx allerdings gleich mehrfach. Leider ist der Neubau kein “Protzbau” und auch kein Bau für die Informatik, sondern ersetzt das alte Gebäude 7, das Labore, Werkstätten, Seminarräume und Büros für die Ingenieurwissenschaften unserer HS zur Verfügung stellt. Und angemessene Räumlichkeiten sind für Bildung der nächsten Generation einer Industrienation ebenso notwendig wie Personalressourcen - das sollte man in Zeiten, in denen manche Lastenfahrräder für die Zukunft halten, nicht vergessen. Aber daß durch die rigorose Sparpolitik gerade auch diejenigen Fächer massiv beschädigt werden, für die sowohl auf der Angebots- als auch Nachfrageseite Bedarf besteht, nämlich Informatik und Soziale Arbeit ist wahr und das Gegenteil nachhaltiger Bildungs- und Standortpolitik.

  2. Derweil protestieren an der TU Darmstadt Studenten gegen die Schließung von gleich drei Studiengängen wegen Geldmangels.

  3. Die Kürzungen sind kein Spezifikum der hessischen Landespolitik, sondern reihen sich ein in das deprimierende Bild, das Deutschland seit vielen Jahren schon abgibt. Das Institut der Wirtschaft berichtet in seinem Bericht über die öffentlichen Ausgaben darüber, daß Deutschland in Europa, was Sozialtransfers angeht, den ersten Platz einnimmt und in den Bildungsausgaben den letzten Platz - abgeschlagen gegenüber skandinavischen Ländern oder auch Österreich - einnimmt. Und das ist leider schon seit mindestens zwei Dekaden. Man kann das als Lobbypolitik abtun oder drüber nachdenken, ob eine Gesellschaft mit dieser Verteilung von öffentlichen Ausgaben zukunftsfähig ist oder nicht.

  4. Der Gemeinsam Bibliotheksverbund GBV - ein Betrieb des Landes Niedersachsen und damit eine staatliche Stelle - hat der in Berlin ansässigen Bibliothek des Konservatismus (BdK) ohne Angabe von Gründen die Mitgliedschaft im Gemeinsamen Bibliotheksverbund zum 31. Dezember 2025 gekündigt. Anfragen an die Direktorin Regine Stein blieben bisher ohne Antwort. Das Presseecho ist verhalten, aber verheerend, so fragt die NZZ:“Sind Bücher gefährlich? Die Verbannung einer konservativen Bibliothek aus der öffentlichen Wahrnehmung ist ein Armutszeugnis” und Ferdinand Knauß kommentiert im Cicero Welt: “Ein Wissenschaftsministerium macht Bücher unsichtbar”.

  5. An der von Jesuiten gegründeten, renommierten Hochschule für Philosophie in München sollte der Philosoph Sebastian Ostritsch einen Vortrag zum Thema “Gottesbeweise bei Thomas von Aquin und Immanuel Kant” halten. Nach Protesten einer unbestimmten (kleinen?!) Anzahl von Studenten gegen den “rechten” Philosophen, entschied die Hochschulleitung, den Vortrag abzusagen, mit der in solchen Fällen üblichen Begründung: “Die Sicherheit von Referent und Veranstaltung habe nicht gewährleistet werden können.” Man weiss nicht, was man schlimmer halten soll - die totalitäre Gesinnung der Studenten, die Canceln fordern, anstatt sich der Diskussion zu stellen, oder die rückgratlose Feigheit der Hochschulleitung. Das ganze ist jedenfalls so absurd, daß sich die Zeit fragt: “Ob Leo XIV. und Papst Franziskus oder gar Papst Benedikt heute in der Hochschule hätten sprechen können? Die Pointe, daß hier ein katholischer Denker mit weit verbreiteten katholischen Positionen nicht etwa von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gecancelt wird, sondern von einer immerhin katholischen Einrichtung – das macht die Geschichte pikant. […] Das Einknicken der Hochschulleitung angesichts einiger Protestler bleibt ein leider so typischer wie beschämender Vorgang.”

  6. Letzte Woche erschien auch ein interessantes Paper zur Cancel-Culture an deutschen Hochschulen mit der Schlussfolgerung: “A substantial number of German university students support restrictions on academic debate on campus, including the cancellation of talks, the revocation of teaching positions, and the removal of books”. Dabei befürworten linke Studenten deutlich häufiger Cancel Culture und es wird deutlich häufiger befürwortet, konservative Meinungen zu canceln. Einer der Autoren, Richard Traunmüller, denkt, dass der Wunsch zu canceln “auf der linken Seite ausgeprägter” sei, weil man glaube, “dass man auf der guten Seite” stehe. Grundlage sei “eine sehr einfache Schwarz-Weiß-Ideologie.

Aktivirrsinn

14.11.2025

In einem exzellenten Beitrag kritisiert Philipp Hübl im DLF den aktivistischen Irrsinn, der zunehmend weltweit auch in der Wissenschaft um sich greift. Konkreter Anlaß ist die Aufforderung der Herausgeber des angesehenen Journals “Nature Reviews Psychology”, Publikationen von Minderheiten häufiger zu zitieren, um inklusiver zu schreiben. Diese und ähnliche Dinge werden zunehmend von den internationalen Wissenschaftsverlagen den Wissenschaftlern aufoktroyiert. Ich wurde als Gutachter für Elsevier z. B. nach meiner “Gender Identity” (was immer das sein mag), meiner Rasse und Ethnie befragt - noch?! freiwillig.

Kaub2025

14.11.2025

Zusammen mit dem Kollegen Martin Simon durfte ich dieses Jahr den “3rd International Workshop on Statistics, Machine Learning and Applications” in Kaub organisieren. Wie Sie dem Bericht auf der Webpage des Fachbereichs entnehmen können, waren diesmal sechs Hochschulen und Wissenschaftler aus Deutschland, Finnland, Spanien und Großbritannien beteiligt und haben aktuelle Themen aus Statistik, Maschinellem Lernen und praktische Anwendungen diskutiert - für mich ein persönliches Highlight des Jahres - auch und gerade wegen der engen Kontakte, die sich inzwischen zu einigen der Kollegen ergeben haben und wegen der ungezwungenen Arbeitsatmosphäre.

Windturbinen

26.10.2025

Meine Doktorandin Anita Farhang hat mithilfe von KI-Methoden Wartungsprobleme bei Windturbinen untersucht. Das eingereichte Paper “Explainable artificial intelligence for time series using attention mechanism: Application to wind turbine fault detection” wurde jetzt zur Veröffentlichung (doi:10.1109/ACCESS.2025.3621003) akzeptiert - ganz herzlicher Glückwunsch!

LechtsUndRinks

05.10.2025

“lichtung

manche meinen

lechts und rinks

kann man nicht velwechsern

werch ein illtum”

– Ernst Jandl

In Zeiten, in denen eine zunehmende Verwirrung über rechte und linke politische Standorte besteht, scheint mir die Trennungslinie zunehmend zwischen liberalen, Freiheitsrechte befürwortenden und autoritären Standpunkten zu verlaufen. Leider sind die Autoritären und Totalitären überall auf dem Vormarsch und Freiheit steht bei vielen unter Generalverdacht. Und leider zeigen auch Institutionen wie die EU zunehmend autoritäre Tendenzen. Die EU will am Donnerstag über das sogenannte Chat Monitoring abstimmen lassen - eine Initiative, die die Privatheit sämtlicher digitaler Kommunikation in der EU abschafft. Wird diese Initiative Gesetz, dann werden in Zukunft sämtliche private Endgeräte anlasslos auf Inhalte durchsucht und u.U. den Behörden gemeldet. Um für diese desaströse Initiative zu werben, führt man - wie immer in solchen Fällen - die Bekämpfung von Kinderpornographie ins Feld. Nähere Informationen finden Sie in einem Bericht des CCC.

Leider ist die Position der Bundesregierung, die bisher diese Totalüberwachung abgelehnt hat, unklar. Aber unsere Bundesjustizministerin plant ja auch - zum wievielten Mal eigentlich ?! – ein Gesetz für die Speicherung von IP-Adressen. In der Vergangenheit wurden Gesetze zur sogenannten Vorratsdatenspeicherung zwar mehrfach für unvereinbar mit der deutschen Verfassung und EU-Recht beurteilt, aber offenbar will man es wieder versuchen. Und wieder werden Missbrauchsdarstellungen von Kindern ins Feld geführt.

Update (09.10.2025): Da die Bundesregierung die Zustimmung (vorerst?!) verweigert hat, wurde die Abstimmung auf Dezember verschoben. Die Angelegenheit ist daher noch nicht vom Tisch. Eine sehenswerte Zusammenfassung und Einordnung in andere Überwachungsskandale in der EU finden Sie bei Zeit Online im Beitrag “Darf der Staat bald in all unsere Handys schauen?”.

Antisemitismus

30.09.2025

Gerne kündige ich an dieser Stelle die Ausstellung “Antisemitismus - Sichtbar machen. Verstehen. Handeln.” an unserer Hochschule an - angesichts des zunehmenden Antisemitismus im Lande und leider (gerade?!) auch an Hochschulen eine wichtige Initiative.

Das sind die aktuellen Beiträge; alte Beiträge gibt es im Archiv.