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Erstsemesterbegrüßung

10.10.2026

Informatik studieren: Mehr als Programmieren und Kompetenzen erwerben

Gedanken zur Einführung in das Informatikstudium an der Frankfurt University of Applied Sciences

Herzlichen Glückwunsch zur Entscheidung, Informatik zu studieren! Sie haben sich für ein Fach entschieden, das heute nahezu alle Lebensbereiche prägt und dessen Bedeutung in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Informatik eröffnet vielfältige berufliche Perspektiven: von Softwareentwicklung und IT-Sicherheit über Datenanalyse und künstliche Intelligenz bis hin zu Anwendungen in Wissenschaft, Wirtschaft, Medizin und Industrie.

Doch was bedeutet es eigentlich, Informatik zu studieren? Und was sollte ein Hochschulstudium vermitteln, wenn sich Technologien, Programmiersprachen und Werkzeuge in immer kürzeren Abständen verändern?

Informatik ist mehr als Programmieren

Informatik wird häufig mit dem Programmieren von Computern gleichgesetzt. Tatsächlich ist Programmierung ein wichtiges Werkzeug unseres Fachs, aber sie ist nicht mit Informatik gleichzusetzen. Der Informatiker Edsger W. Dijkstra wird mit dem bekannten Vergleich zitiert, dass es in der Informatik ebenso wenig um Computer gehe wie in der Astronomie um Teleskope.

Der Vergleich bringt einen wesentlichen Punkt zum Ausdruck: Entscheidend ist nicht allein, welche Werkzeuge wir verwenden, sondern welche grundlegenden Konzepte, Methoden und Zusammenhänge wir verstehen.

Informatikerinnen und Informatiker beschäftigen sich mit Algorithmen, Datenstrukturen, Informationsverarbeitung, komplexen Systemen und den Möglichkeiten und Grenzen automatisierter Verfahren. Sie analysieren Probleme, entwickeln Lösungsansätze, überprüfen deren Korrektheit und bewerten ihre Auswirkungen. Dazu gehören mathematisches Denken und Abstraktionsvermögen ebenso wie Kreativität, Kommunikation und die Fähigkeit, mit anderen Menschen gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Auch die beruflichen Tätigkeiten sind vielfältiger, als es das verbreitete Bild vom Programmieren am Bildschirm vermuten lässt. Informatiker arbeiten in Teams, diskutieren Entwürfe, analysieren Anforderungen, entwickeln Ideen, präsentieren Ergebnisse und setzen technische Lösungen in ganz unterschiedlichen Anwendungskontexten um. Informatik ist deshalb nicht nur eine technische Disziplin, sondern auch eine kreative und soziale Tätigkeit.

Warum Grundlagen wichtiger werden

Wer ein Informatikstudium beginnt, wird im Laufe der nächsten Jahre zahlreiche Programmiersprachen, Bibliotheken, Entwicklungsumgebungen und technische Werkzeuge kennenlernen. Viele davon werden im späteren Berufsleben in veränderter Form auftreten oder durch neue Technologien ersetzt werden.

Das ist kein Grund, auf praktische Fähigkeiten zu verzichten. Im Gegenteil: Praktische Erfahrungen sind unverzichtbar, um theoretische Konzepte zu verstehen und anzuwenden. Allerdings sollten sie nicht zum alleinigen Maßstab eines Studiums werden.

Je schneller sich Technologien verändern, desto wichtiger wird ein Verständnis ihrer Grundlagen. Wer die Prinzipien hinter einem Verfahren verstanden hat, kann sich leichter in neue Technologien einarbeiten, deren Möglichkeiten einschätzen und ihre Grenzen erkennen. Wer dagegen lediglich gelernt hat, ein bestimmtes Werkzeug zu bedienen, ist stärker von dessen konkreter Ausgestaltung abhängig.

Das Ziel eines Hochschulstudiums besteht daher nicht darin, Studierende auf die unveränderte Wiederholung heute bekannter Arbeitsabläufe vorzubereiten. Es soll sie vielmehr befähigen, sich auch mit Problemen auseinanderzusetzen, für die es noch keine fertigen Lösungen gibt.

Bildung statt bloßer Kompetenzorientierung

Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Was bedeutet Bildung an einer Hochschule?

Der preußische Bildungsreformer Wilhelm von Humboldt formulierte in seinen Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staats zu bestimmen aus dem Jahr 1792:

Der wahre Zweck des Menschen […] ist die höchste und proportionirlichste Bildung seiner Kräfte zu einem Ganzen.

Zu dieser Bildung ist Freiheit die erste, und unerlässliche Bedingung.

Humboldts Bildungsverständnis geht über die Vermittlung einzelner Fähigkeiten hinaus. Bildung bedeutet, die eigenen Kräfte und Möglichkeiten zu entwickeln, sich selbstständig mit der Welt auseinanderzusetzen und die eigene Persönlichkeit auszubilden.

Auf ein Informatikstudium übertragen heißt das: Es geht nicht nur darum, bestimmte Kompetenzen zu erwerben oder Prüfungen erfolgreich abzulegen. Es geht auch darum, Neugier zu entwickeln, Fragen zu stellen, Zusammenhänge zu erkennen, eigene Ideen zu verfolgen und ein begründetes Urteil zu bilden.

Natürlich müssen Studierende konkrete Fähigkeiten erwerben. Sie sollen programmieren, mathematische Methoden anwenden, Daten analysieren und technische Systeme entwickeln können. Aber diese Fähigkeiten entfalten ihren eigentlichen Wert erst dann, wenn sie in einen größeren Zusammenhang eingeordnet werden können.

Bildung ist mehr als die Ansammlung von Skills. Sie umfasst auch die Fähigkeit, über das eigene Wissen nachzudenken, unterschiedliche Perspektiven abzuwägen und selbstständig zu entscheiden, welche Fragen wichtig sind und welche Lösungen überzeugen.

Urteilskraft in einer Welt der künstlichen Intelligenz

Die Bedeutung dieser Bildungsziele wird durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz besonders deutlich. Generative KI kann heute Programmcode schreiben, Texte formulieren, Informationen zusammenfassen und bei der Lösung komplexer Aufgaben helfen. Viele Tätigkeiten, die bislang als anspruchsvolle menschliche Leistungen galten, lassen sich inzwischen zumindest teilweise automatisieren.

Damit verändert sich auch die Frage, was wir lernen müssen. Wenn eine KI innerhalb weniger Sekunden einen Programmvorschlag erzeugen kann, reicht es nicht aus, selbst ebenfalls möglichst schnell Code zu produzieren. Wir müssen beurteilen können, ob der erzeugte Code korrekt, sicher, verständlich und für die jeweilige Aufgabe geeignet ist.

KI-Systeme liefern Ergebnisse, aber diese Ergebnisse sind nicht automatisch richtig. Sie können Fehler enthalten, wichtige Voraussetzungen übersehen oder überzeugend klingende, aber unzutreffende Behauptungen formulieren. Ihre Nutzung setzt deshalb Kenntnisse voraus, mit denen sich die Ergebnisse überprüfen und kritisch einordnen lassen.

Hier wird die Urteilskraft zu einer zentralen Fähigkeit. Gemeint ist die Fähigkeit, Informationen nicht einfach zu übernehmen, sondern sie selbstständig zu prüfen, Argumente abzuwägen und zu einem begründeten Urteil zu gelangen.

Gerade im Umgang mit KI reicht es nicht, gute Fragen zu stellen oder möglichst geschickte Eingaben zu formulieren. Man muss auch erkennen können, wann eine Antwort unzureichend ist, welche Informationen fehlen und welche Konsequenzen sich aus einer vorgeschlagenen Lösung ergeben. Dafür braucht es fachliches Wissen, methodische Sicherheit und die Bereitschaft, die eigenen Annahmen infrage zu stellen.

KI als Sparringspartner – nicht als Ersatz für das Lernen

Wie sollte man vor diesem Hintergrund KI im Studium einsetzen?

Mein Rat ist, KI nicht dazu zu verwenden, sich die eigentliche Lernarbeit abnehmen zu lassen. Wer eine Übungsaufgabe von einem KI-System lösen lässt, erhält möglicherweise schnell ein überzeugendes Ergebnis. Damit ist aber noch nicht sichergestellt, dass man den Lösungsweg verstanden hat oder eine ähnliche Aufgabe später selbstständig bearbeiten kann.

Der Unterschied zwischen einem guten Arbeitsergebnis und einem nachhaltigen Lernerfolg ist entscheidend. Ein fertig generierter Programmcode kann funktionieren, ohne dass man ihn selbst erklären, verändern oder auf Fehler untersuchen kann.

Sinnvoller ist es, KI als Sparringspartner zu nutzen. Man kann sich alternative Lösungsansätze erklären lassen, Gegenargumente anfordern, eigene Überlegungen überprüfen oder zusätzliche Übungs- und Klausuraufgaben generieren lassen. Man kann sich Hinweise geben lassen, ohne sofort die vollständige Lösung zu erhalten. Und man kann versuchen, eine Antwort der KI zu widerlegen oder ihre Voraussetzungen kritisch zu untersuchen.

So wird KI nicht zum Ersatz für das eigene Denken, sondern zu einem Werkzeug, mit dem sich das eigene Denken trainieren lässt.

Entscheidend ist, dass die geistige Arbeit nicht vollständig an das System delegiert wird. Denn wer nur Ergebnisse konsumiert, entwickelt nicht automatisch die Fähigkeiten, die zur selbstständigen Erzeugung und Bewertung solcher Ergebnisse notwendig sind.

Studieren heißt auch, sich selbst zu bilden

Ein Studium besteht nicht allein aus Lehrveranstaltungen, Prüfungen und dem Erwerb von Leistungspunkten. Es ist auch eine besondere Lebensphase, in der man neue Interessen entdeckt, unterschiedliche Sichtweisen kennenlernt und die eigene Persönlichkeit weiterentwickelt.

Das Wort studieren geht auf das lateinische studere zurück: sich um etwas bemühen, etwas betreiben, nach etwas streben. Dieser ursprüngliche Sinn erinnert daran, dass ein Studium Eigeninitiative voraussetzt.

Nutzen Sie deshalb die Möglichkeiten, die Ihnen die Hochschule bietet. Suchen Sie den Austausch mit Ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen, bilden Sie Lerngruppen und diskutieren Sie über fachliche Fragen. Erklären Sie einander Lösungswege und versuchen Sie, unterschiedliche Ansätze zu verstehen. Oft lernt man besonders viel, wenn man einen Sachverhalt jemand anderem verständlich machen muss.

Suchen Sie auch aktiv den Kontakt zu Ihren Dozentinnen und Dozenten. Stellen Sie Fragen, sprechen Sie über eigene Ideen und interessieren Sie sich für Themen, die über die unmittelbaren Prüfungsanforderungen hinausgehen. Hochschulen sind nicht nur Orte, an denen Wissen vermittelt wird, sondern auch Orte, an denen Wissen gemeinsam erarbeitet, hinterfragt und weiterentwickelt wird.

Wer sich darüber hinaus engagieren möchte, findet beispielsweise in studentischen Open-Source-Initiativen Möglichkeiten, eigene Projekte umzusetzen, mit Linux und freien Technologien zu experimentieren und von anderen zu lernen. Auch studentische Forschungsprojekte und technische Teams bieten Gelegenheit, praktische Erfahrungen zu sammeln und Verantwortung zu übernehmen.

Solche Aktivitäten sind keine bloßen Ergänzungen zum eigentlichen Studium. Sie können einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, fachliche Interessen zu vertiefen, selbstständig zu arbeiten und die eigenen Fähigkeiten im Austausch mit anderen weiterzuentwickeln.

Die Zukunft lässt sich nicht vollständig vorhersagen

Die Informatik entwickelt sich rasant. Welche Technologien in einigen Jahren dominieren werden, welche Berufe sich verändern und welche neuen Tätigkeitsfelder entstehen, lässt sich nur begrenzt vorhersagen.

Alan Kay wird der Satz zugeschrieben:

The best way to predict the future is to invent it.

Dieser Gedanke passt gut zur Informatik. Wer sich mit neuen Ideen beschäftigt, technische Möglichkeiten erprobt und eigene Lösungen entwickelt, gestaltet die Zukunft aktiv mit, statt lediglich auf Veränderungen zu reagieren.

Dazu gehört auch die Bereitschaft, sich mit ungewöhnlichen Ideen auseinanderzusetzen. Nicht jede Idee wird sich als sinnvoll erweisen. Gerade deshalb sind kritisches Denken, systematisches Vorgehen und die Fähigkeit wichtig, die eigenen Vorstellungen anhand von Argumenten und Experimenten zu überprüfen.

Ein Beispiel dafür ist die Frage, ob sich aus WLAN-Signalen Informationen über Bewegungen oder Aktivitäten in einem Raum gewinnen lassen. Eine solche Idee mag zunächst ungewöhnlich erscheinen. Durch systematische Analyse, geeignete Modelle und sorgfältige Experimente kann daraus jedoch ein ernst zu nehmendes Forschungsproblem werden. Gute Informatik beginnt häufig mit einer Frage, deren Antwort noch nicht bekannt ist.

Ein Studium als Chance zur Persönlichkeitsentwicklung

Ein Bachelorabschluss in Informatik ist ein erster akademischer Abschluss und eröffnet vielfältige berufliche Möglichkeiten. Er kann zugleich den Ausgangspunkt für ein Masterstudium, eine wissenschaftliche Laufbahn oder eine Promotion bilden.

Unabhängig davon, welchen Weg Sie anschließend einschlagen, sollte das Studium mehr bewirken als die Vermittlung unmittelbar verwertbarer Fähigkeiten. Es sollte Ihnen helfen, neue Probleme selbstständig zu erschließen, sich in unbekannte Themen einzuarbeiten, technische Entwicklungen kritisch zu bewerten und Verantwortung für die eigenen Entscheidungen zu übernehmen.

Dafür sind Grundlagenwissen, praktische Erfahrung und methodische Kompetenz unverzichtbar. Ebenso wichtig sind Neugier, Kreativität, Eigeninitiative und die Bereitschaft, sich mit Fragen auseinanderzusetzen, auf die es keine einfachen Antworten gibt.

Wilhelm von Humboldt formulierte in seiner Theorie der Bildung des Menschen einen Gedanken, der auch heute zum Nachdenken anregt:

[…] dass zwar Vieles um uns her zu Stande gebracht, aber nur wenig in uns verbessert wird.

Das ist vielleicht eine der wichtigsten Herausforderungen des Studiums: Nicht nur möglichst viel zu erreichen, sondern sich selbst weiterzuentwickeln.

Nutzen Sie Ihr Studium deshalb nicht nur, um Wissen und Kompetenzen zu erwerben. Nutzen Sie es, um sich zu bilden. Lernen Sie, selbstständig zu denken, Fragen zu stellen, Ideen zu entwickeln und begründete Urteile zu fällen. Gerade in einer Welt, in der künstliche Intelligenz immer mehr Aufgaben übernehmen kann, wird die Fähigkeit, eigenständig zu urteilen und verantwortlich zu handeln, zu einem entscheidenden Teil akademischer Bildung.

Disclaimer: Der obige Text ist eine Interpretation von ChatGPT meines (ohne KI generierten) Textes der Einführungspräsentation.

Kontaktsperre

25.09.2026

Falls Sie Student der Fra-UAS sind und glauben, mit mir keinen Kontakt aufnehmen zu können, insbesondere daß Sie keine Emails von mir erhalten, so könnte das daran liegen, daß die IT unserer Hochschule alle Studenten auf ein neues Emailsystem migriert hat. Leider erfolgte das nicht transparent, sondern erfordert die manuelle Mitarbeit der (informierten) Studenten. Viele haben das in der vorlesungsfreien Zeit übersehen oder ignoriert. Wenn ich und andere Kollegen auf Ihre Emails antworten, landen diese in Ihrem neuen Mailfach. Da das alte leider immer noch aktiv ist, bekommen Sie keinen Hinweis - ebensowenig wenn die Weiterleitung an eine andere Emailadresse aktiviert ist. Das ist misslich, aber liegt außerhalb meiner Verantwortung. Bitte konfigurieren Sie daher umgehend das neue Mailfach.

Navier-Stokes

11.09.2026

An incredibly crazy week is coming to an end. One of the Millennium Problems, see also the official website of the Clay Mathematics Institute, the Navier-Stokes existence and smoothness problem, has apparently been solved by OpenAI. “ ‘Apparently,’ because the proof—which is more than 150 pages long—has not yet been fully verified by anyone, and formalization using Lean Code is not without its problems (agents do not always write ‘correct’ Lean Code, the kernel itself contains errors, etc.). Above all, however, I use the term “apparently” because the prevailing rules of scientific publication require careful peer review, and nothing of the sort has taken place. This is not the only controversy surrounding this achievement. Mathematician Tristan Buckmaster (Courant Institute of Mathematical Sciences, New York University) accuses OpenAI of plagiarism, fraud, and bullying, claiming that the company demanded that his co-author Levent Alpöge—a mathematician working at Anthropic—be removed from a publication in which the two had solved the Millennium Problem almost exclusively using an unusual technique.

In its response OpenAI stated that “it was “categorically” impossible for its A.I. system to have been influenced by anything Dr. Buckmaster had done in the past two months” (Source: NYT). The NYT article is by the way a god write up of what is known so far - another summary (in German) can be found with Heise and a more technical explanation is written by Terrence Tao, fields medallist.

These events have caused a stir in the mathematical community. Recently, the “Association for Human Mathematics” (AHM) was founded; its signatories include prominent mathematicians such as Peter Scholze, and the group is effectively calling for a ban on AI in mathematics.

Terrence Tao writes about the delicate role “child” questions curiosity and goals play for motivation of mathematics. He says “But, perhaps in order to impress the other adults observing (and, through public funding agencies and the like, financially supporting), we often downplay the “childish” aspects of the craft, in favor of the more tangible “serious” outcomes – including the hard, objective target of solving some designated open problem. Until recently, this polite fiction has worked, because human mathematicians knew, possibly subconsciously, to use both childlike and adult skills when solving these problems, even if they might only publicly admit to the latter. But modern Al tools, when directed without such expert supervision, can now be aimed all too easily at the ostensible goals of the field, without any incentive to take the slow, whimsical path. The flag is captured, the goal scored, and the problem is solved; but at the cost of lessons learned, insights gained, collaborations formed, and new targets located. In this modern era of heavy Al use, it is important to remember what it is like to be a child.” (Source: Tao’s Blog).

This finally brings me to my main point. Regardless of the extent to which OpenAI has exploited the contributions of Buckmaster and Alpöge—and given the reckless, albeit brief, history of all “Frontier Labs,” which flout the laws and social standards of their respective fields— the fundamental problem seems to be that “Frontier Labs” exploit the entirety of human knowledge without paying for it and without promoting the fields they exploit in any way. Mathematics, the most formalized of all sciences, is an easy target, but other human disciplines have also suffered as a result. Consider the visual arts, music, and so on. Already, 50% of all pop music appears to be AI-generated. The artists and musicians whose work was used to train the AI receive no compensation whatsoever—no royalties are the norm. In the long short term, this will erode the economic foundation for musicians and carries the risk of destroying centuries-old, vibrant cultural practices. Let’s hope it doesn’t come to that and that we can prevent this from happening in the sciences. (I will comment on the huge and unclear impact of AI on software engineering as a discipline in a different post, later.)

While scientists / employees are resigning from Antropic because AI will potentially kill humanity as it gets completely out of control, maybe the adversarial impact on sophisticated social systems we as humans have developed deserves more pressing attention.

But Tao is (still) concerned about another aspect: “The dual use capability of these most recent tools is indeed extremely concerning. There is a significant correlation between the capability of AI tools to solve pure mathematical problems, and their ability to potentially perform malicious acts such as exploiting security weaknesses in an online system, and the danger is very real that some major AI-triggered cybersecurity incident could occur in the near future which would be far more significant event in world history than, say, the production of a solution to all remaining Millennium prize problems. I am certainly supportive of efforts to slow down the development and release of even more capable models, and to impose genuine regulation on the industry, although the political environment currently is not exactly conducive to such policies, to put it mildly.” - let us keep any eye on it.

Update: On 9/11 25 Fields Medallists have expressed openly their concern about “A Severe Misalignment of AI in Mathematics”. As they write in the manifest which is worth reading in its entirety: “The mathematical community functions, in many ways, as a miniature version of humanity”.

Update 2: Some further background on the details of the Navier-Stokes problem, in particular the role of “forcing” has recently beenTuesday, 22. September 2026 At 15:50 published in Science.

Update 3: Great post by Fields-Medalist Martin Hairer explaining why he chose to become member of the advisory group.

Update 4: Mathematician’s have tried to understand the AI proof. “So far it’s been very difficult to really extract any human understanding from this new AI proof,” said James Maynard, a mathematician at the University of Oxford (source: npr).

Update 5: Loophole in the proof detected (Source: New Scientist und Bastounis, Circelli, and C. Hansen).

Update 6: Harsh criticism on the latest developments from Francesco Maggi.

Mathematik und AI

02.09.2026

Hugo Duminil-Copin, Preisträger der Fields-Medaille von 2022, schreibt nachdenklich über den Einfluß von AI für die Mathematik “Care for a little more AI?” - lesenswert.

Jacobi-Vermutung

29.07.2026

Die Jacobi-Vermutung ist falsch. Ein Gegenbeispiel hat Anthropic’s Claude Fable 5 während des FIFA Finales gefunden. Schon cool.

Schreiben

29.07.2026

Aus aktuellem Anlaß möchte ich auf einen schon etwas älteren Artikel von Paul Graham aufmerksam machen. Paul Graham ist eine Legende - 1995 rief er ein Startup ins Leben, in dem ausschließlich LISP) verwendet wurde und das er später an Yahoo verkaufte. 2005 gründete er Y Combinator, das Venture-Kapital für zahlreiche Internet / Silicon Valley Start-ups zur Verfügung stellte. Paul Graham ist auch ein bekannter Autor und Essayist.

Bereits 2024 schrieb er in einem vielbeachteten Essay:

“If you’re thinking without writing, you only think you’re thinking”,

in dem er argumentierte, daß durch LLMs die Menschen das Schreiben verlernen. Ich fürchte, er hat recht und teile seine Schlussfolgerung:

“So a world divided into writes and write-nots is more dangerous than it sounds. It will be a world of thinks and think-nots. I know which half I want to be in, and I bet you do too […] It will be the same with writing. There will still be smart people, but only those who choose to be.”

Die Welt droht in Literate und Illiterate zu zerfallen - eine neue Form von Feudalismus. Das zu verhindern wird eine der wichtigsten Herausforderung unserer Bildungssysteme werden.

Kontrolle

14.07.2026

Zensursula kann es nicht lassen. Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen “will das australische Modell drastisch ausweiten und plant flächendeckende Alterskontrollen im Netz” . Wieder mal dient das Argument Kinderschutz als Vorwand, staatliche Kontrolle auszuweiten. Setzt von der Leyen sich durch, müssen alle EU-Bürger für Social-Media+ in Zukunft die EU App zur Altersverifikation nutzen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt und ein Naivling, wer davon ausgeht, daß es bei anonymen Altersverifikation dann bleiben wird. Allerdings gehört das Recht auf Anonymität im digitalen Raum zu den Grundrechten und daher wären Verfassungsklagen vorprogrammiert - s. a. den Kommentar des FAZ Redakteurs und -Kolumnisten Dr. Michael Spehr: “Um es noch einmal klar zu sagen: es geht nicht um Kinderschutz, sondern um das Ende der anonymen Nutzung des Internet, um Klarnamenpflicht, Chatkontrolle und eine Pflicht zur Nutzung der EUDI Wallet. Das ist das Ende des freien Internet. Vieles davon widerspricht dem deutschen Grundgesetz oder höchstrichterlicher Rechtsprechung.”. Nach der Chatkontrolle der nächste Angriff auf die Freiheit. Liberale Menschen und Ansichten haben es in diesen Zeiten anscheinend immer schwerer - von China lernen heißt siegen lernen?!

Demokratie

10.07.2026

heißt in der EU: Das europäische Parlament stimmt drei Mal! in Folge mit deutlicher Mehrheit gegen die Chatkontrolle und damit ist sie beschlossen. Muß man nicht verstehen, funktioniert aber aufgrund von Verfahrenstricks und hilft bestimmt ungemein, die EU-Begeisterung bei der Bevölkerung zu stärken und den zunehmenden Rechtspopulismus in Europa zu bekämpfen. Verantwortlich für diese Sauerei sind die europäischen Konservativen (EVP) mit Manfred Weber (CSU) als Drahtzieher. Inhaltlich ist die Chatkontrolle eine anlasslose Überwachung der privaten digitalen Kommunikation von 450 Millionen Bürgern. China läßt grüßen.

Leiden Declaration on Artificial Intelligence and Mathematics

12.06.2026

Der zunehmende Einsatz von AI in der Mathematik und der Einfluß dieser Technologie auf die Mathematik hat die Community auf den Plan gerufen: “This declaration calls for action to address the challenges posed by the use of artificial intelligence within mathematics research” und findet Unterstützung der IMU. Die in der Deklaration formulierten Gedanken sind in Gänze lesenswert und auch für die Informatik als Grundlagenwissenschaft relevant. (Für die praktische Informatik ergeben sich noch ganz andere Herausforderungen, über die ich an anderer Stelle schreiben werde.)

Ringvorlesung Responsible AI

12.06.2026

Am Mittwoch hatte ich das Vergnügen mit den geschätzten Kollegen Martin Simon und Stefanie Hollborn vom DWD den Abschlußvortrag der Ringvorlesung “Ringvorlesung ‘Responsible AI – Transformation gestalten, Verantwortung übernehmen’” gestalten zu können. Der Titel unseres gemeinsamen Vortrags war “Wenn Algorithmen das Wetter lernen: Fortschritte, Grenzen und Verantwortung” und einen Bericht finden Sie hier.

Das sind die aktuellen Beiträge; alte Beiträge gibt es im Archiv.